Fahrzeugaufbau Spezialcrosser Klasse 10 (2 WD bis 1150ccm)
Die Klasse 10 ist die Hubraumkleinste aller Spezialcross-Klassen und nach der Trennung von den Allradlern hat sie sich schnell als günstige Einsteigerklasse etabliert. Die Fahrzeuge sind mit einem Mindestgewicht von 400 kg sehr leicht und man kann auch mit unbearbeiteten Serienmotoren gut mithalten. Bei den Zuschauern besonders beliebt sind natürlich die Endläufe, in denen diesen Fahrzeugen trotz der ersten Startreihe durch den Sympathiebonus der Leistungsschwächsten im Feld eine ganz besondere Aufmerksamkeit gilt. Oft genug gelingt es auch einem Klasse 10 Crosser, sich bis zum Zieleinlauf an der Spitze halten zu können.
Verbaut werden ausnahmslos leistungsstarke Motorradmotoren mit einem maximalen Hubraum von 1150 ccm. Den Löwenanteil hält nach wie vor der Honda CBR 1100 XX als Vergaser oder Einspritzer, beim Team Wesp ist ein 1000er Kawasaki Motor verbaut. Der ZX10r Motor leistet ca. 175 PS bei max. 11700 U/min.
Im Hause Wesp wird die Kraft vom Ritzel über Kette auf eine starre Welle übertragen. Dies ist technisch nicht besonders anspruchsvoll, aber leicht, sehr günstig und einfach in der Konstruktion. Die Nachteile, die eine starre Antriebsachse hat, machen sich auch nicht auf allen Strecken deutlich bemerkbar. In der Regel wird die Antriebskraft jedoch über ein Kegel-Tellerrad-Getriebe auf die Antriebswellen geleitet, je nach Geschmack und Budget meist mit Differentialsperren. Wer die umgebauten Käfer- oder Busgetriebe nicht mag, greift zu einer Corrado- oder einer der standfesten Eigen-Konstruktionen.
An Einbaulagen finden wir gleichermaßen Mittel- wie Heckmotoren, wobei ein sauber austariertes Fahrzeug in jedem Fall Pflicht ist. Die Antriebseinheit sitzt möglichst tief in einer stabilen Rahmenkonstruktion von den bewährten Rahmenbauern aus Holland, Nord- oder Süddeutschland mit ihren jeweilig bevorzugten Achskonzepten. Das WespRacingTeam hat sich für die Mittelmotorvariante aus dem Hause Trackline-Motorsport entschieden.
Neben einem leistungsfähigen Motor, einem standfestem Antrieb und einem stabilen Rahmen benötigt man ein gut abgestimmtes Fahrwerk. Die Stoßdämpfer sind Zug- und Druckstufenverstellbar, und auch an der Hinterachse kann man mit verschiedenen Aufhängungspunkten auf die jeweiligen Streckenbedürfnisse eingehen.
Sämtliche Anbauteile sind Gewichtsoptimiert. Der Spagat zwischen leicht und stabil liegt bei sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Sitz und Lenksäule ganz klar auf der stabilen Seite, während bei Verkleidungsteilen möglichst leichte Materialien gewählt werden. Alle Bauteile müssen natürlich schnell demontier- und austauschbar sein und zu guter Letzt natürlich auch den optischen Ansprüchen genügen.
Die letzten Punkte gelten natürlich für alle Klassen. Gut aufgebaute Fahrzeuge in gut gefüllten Klassen sind ein Garant für spannende Rennszenen, ein begeistertes Puplikum und zufriedene Veranstalter.